Bildungsangebot

Das IBC Berlin – aus meiner Sicht

 

Die Abkürzung IBC steht für Intensiv Beatmungs Center. Das IBC führt, unter strenger ärztlicher Kontrolle, außerklinische Beatmungsentwöhnung durch. Das sogenannte „weaning“ soll in erster Linie dazu führen, die Patienten von den Maschinen zu entwöhnen, sodass sie wieder ohne Hilfe atmen können. Die Aufgaben liegen in der Versorgung der beatmeten Pflegekunden unter der Berücksichtigung der vorhandenen Fähigkeiten und Kräfte.

Am 7. Juli 2010 durften wir, die Klasse XI „Basisqualifizierung für den Pflegebereich“ mit unserer Dozentin Frau Gruber, als erste Klasse das IBC in der Prinzenalle besichtigen.

Nach einer netten Begrüßung durch die Pflegedienstleitung (Frau Schädlich) wurden wir im Aufenthaltsraum des Hauses ausführlich über die Aufgaben des IBC informiert. Nachdem Frau Schädlich alle unsere Fragen sachkundig beantwortet hatte, ging es zum Rundgang durch das Haus und durch die Zimmer.

 

Die Zimmer sind in drei Bereiche, einen blauen, grünen und roten Bereich, geteilt. Alle Zimmer sind mit einem Alarmverzögerer, einem Pulsmesser und einem Sauerstoffausgangsventil über dem Bett ausgestattet. Die Beatmungsgeräte, die auf die Schwere des Zustandes des Pflegekunden eingestellt sind, befinden sich natürlich auch dort.

Die Patientenbetten sind die neuesten Pflegebetten. So lässt sich, neben vielen anderen nützlichen Funktionen, z.B. das Fußende seitwärts herausziehen. Das Haus ist auf den neusten Stand der Technik. Unter anderem gehören die neuesten Beatmungsgeräte und Reanimationsplatten zur Ausstattung. Super ist auch die Klimatisierung der Zimmer. Jedes Zimmer hat eine Klimaanlage die man individuell einstellen kann. Man wird dort auch nicht ein Staubkorn finden, da in diesem Haus Hygiene sehr groß geschrieben wird. Auch wenn das Haus sehr zentral gelegen ist, hat man im Inneren nicht den Eindruck mitten in der Stadt zu sein. Es ist fast kein Lärm zu hören. Nur das leise Summen der Geräte.

Was mich am meisten erstaunt hat, ist, dass sich jede Fach- und Pflegekraft sehr intensiv auf jeden Patienten einstellt und sich sehr viel Zeit nimmt um diesen zu „weanen“. Man könnte sagen, dass für jeden Patienten zwei Pflegekräfte zur Verfügung stehen. Auch außergewöhnlich ist, dass Angehörige im IBC über die Dauer der Pflege wohnen können. So können sie sich über den Pflegeprozess sachkundig machen.

Frau Schädlich führte uns dann nach draußen, um uns die Sauerstofftanks zu zeigen. Diese haben einen direkten Anschluss zum Inneren des Hauses. Für den Fall eines Stromausfalls, befindet sich ein mit Diesel betriebenes Notstromaggregat im Keller des Hauses, der das ganze Haus 72 Stunden ununterbrochen mit Strom versorgen kann.

Als wir zum Schluss noch erfuhren, dass man in dieser Institution ein Praktikum machen könnte, haben sich gleich vier unserer Mitschüler darum beworben und sind angenommen worden. Fazit: Diese Führung war sehr lehrreich, aber es ist nicht jedermanns Sache hier zu arbeiten, denn es gehört doch sehr viel Herz dazu. Es wurde uns angeboten einen oder zwei Schnuppertage zu absolvieren, um zu sehen ob wir für diese Arbeit geschaffen sind.

Vielen Dank an das IBC und an unsere Dozentin, Frau Gruber.

Bericht von Herrn R. S., Kursteilnehmer, 54 Jahre